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Spinde und Planschränke sollen endgültig weggeschmissen werden

Nachdem zwischenzeitlich Kompromissbereitschaft signalisiert wurde, wird nun unvermittelt und ohne weitere Gespräche für Tatsachen gesorgt.

Ein unterzeichnerloser Zettel, der auf etliche Spinde und Planschränke im 2. Geschoss geklebt wurde, kündigt lapidar an, dass sämtliche Spinde bis zum 24.07.2009 zu räumen und die Vorhängeschlösser zu entfernen seien. Einige Fachgebiete haben mit Zettelchen auf einigen wenigen Spinden signalisiert, ein paar Schließfächer aufnehmen zu wollen. Diese “Spinde” mit den sechs kleinen Fächern gehörten ursprünglich zur Erstausstattung des Institutsgebäudes. Die Spinde, denen die Fachgebiete Asyl gewähren, werden wohl im Laufe der vorlesungsfreien Zeit in die Arbeitsräume dieser Lehrstühle umgezogen und stehen danach nur noch den dort Studierenden zur Verfügung. Studierende ohne Arbeitsräume und Diplomanden gehen dabei jedoch leer aus. Die restlichen Spinde und Planschränke werden ersatzlos “entsorgt”.

Ästhetik vor Funktion?

Eine Grundlage oder gar eine Begründung für diese Maßnahme fehlen leider völlig und sind auch den studentischen Gremienvertretern weiterhin unklar. In einer einzigen “Diskussionsrunde” zu diesem Thema wurde seitens der Professoren vor allem das ästhetische Erscheinungsbild kritisiert. Der Unwille nach konstruktiven Lösungen zu suchen und das Berufen auf den Brandschutz (absurd angesichts vielerMetall-Schränke) erweckt den Eindruck, dass von vornherein Sachdebatten ausgeschlossen werden sollten. Letztendlich soll vor allem die Halle 2 (March) komplett freigeräumt werden – warum deswegen auch gleich die Schränke in den Fluren weichen müssen bleibt unklar. Ausweichstandpunkte konnten mangels Gesprächsinteresses auf Seiten der Professorenschaft auch nicht diskutiert werden.

Hohe Nutzung spricht für Notwendigkeit

Von den Studierenden wird erwartet, dass sie in der Uni arbeiten. Sei es in Darstellender Geometrie, wo man lange Zeichenschienen benötigt und großformatige Zeichnungen anfertigt, oder sei es im Entwurf, wo man Materialien und Werkzeuge benötigt, um Modelle zu bauen. Schaut man sich die Nutzung der Schränke an, so fällt auch auf, dass noch bis vor kurzem kaum ein Fach frei war. Und dass obwohl ungenutzte Schränke zum größten Teil vor zwei Jahren aufgebrochen und für aktuelle Nutzungen frei gemacht wurden – jahrelange “Leichen” sind also ausgeschlossen.

Kosten über Kosten

Das Institut hat zwar in Aussicht gestellt, die Beschaffung von neuen Spinden zu prüfen, wann und wie ernsthaft dies geschieht ist jedoch nicht abzusehen. Statt zuerst nach einer Lösung zu suchen und danach aktiv zu werden, werden hier zuerst vollendete Tatsachen zu schaffen, um anschließend nach einer Lösung zu suchen. Die Bereitstellung von Ersatzmöglichkeiten wird maximal darauf hinauslaufen, externe Firmen damit zu beauftragen, Miet-Spinde zur Verfügung zu stellen. 10-20 Euro pro Semester dürfte man als Studierwilliger dann für etwas blechen müssen, was man momentan noch ohne finanzielle oder verwaltungstechnische Umstände haben kann. Da das Institut sich bisher außerstande sah, Lagermöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, haben Studierende in Selbstorganisation für kostenlose Abhilfe gesorgt. Dieses Eigenengagement soll nun respektlos vernichtet werden.

Wilder Aktionismus ohne Sinn und Verstand

Letztendlich zeigt das Vorgehen des Instituts, dass kein wirkliches Interesse daran besteht, zusammen mit Studierenden nach Lösungen zu suchen. Stattdessen wird an den Stellen, wo es eben möglich ist (bei der Repression von Studierenden), wilder Aktionismus betrieben, der über andere Probleme hinwegtäuschen soll. Auf Ebene der Fachgebiete gibt es seit Jahren Stillstand in vielen relevanten Fragen der Lehre und des Zusammenarbeitens. Eine vermurkste Bachelor-StuPO, die seit Jahren ungelöste Raum-Frage und mangelnde Koordinierung zwischen den Fachgruppen werfen ein schlechtes Bild auf die Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit der Professoren.

Wir fordern das Institut für Architektur auf, zur Sacharbeit zurückzukehren und sich endlich den wirklich brennenden Problemen zu widmen!

Den Studierenden kann man unterdessen nur empfehlen, sich nach Alternativen umzusehen. Im Haus ist viel Platz und einzelne Fachgebiete sind vielleicht auch entgegenkommend.

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