Aus dem Aufruf:
Am 10. Dezember findet in Bonn die Kultusministerkonferenz (KMK) statt. Die KMK ist ein Treffen der “Bildungsminister_innen” der Bundesländer, die uns Studierende bei Themen wie Bildung, Erziehung und Forschung vertreten wollen. Dabei werden unsere Forderungen und Interessen nicht im Geringsten beachtet.
Im Gegenteil, durch Entscheidungen, wie die Einführung von Kopfnoten, Studiengebühren und die katastrophale Umsetzung des Bologna-Prozesses erhöht sich die charakterliche und soziale Selektion von Lernenden; durch zentrale Prüfungen und Turbo-Abi werden Schüler_innen immer mehr Leistungsdruck ausgesetzt. Auch die Jugendarbeitslosigkeit wächst immer weiter, viele Jugendliche sind gezwungen unbezahlten “Praktika” statt einer sicheren Ausbildung nachzugehen.
Die Lern- und Arbeitsbedingungen verschlechtern sich zusehends!
Die Kultusminister_innen tun nichts!
Deshalb ruft der Bundesweite Bildungsstreik zu bundesweiten Protesten gegen die KMK am 10. Dezember in Bonn auf.
- Gegen die katastrophalen Lehr- und Lernbedingungen – für selbstbestimmtes Lernen und Leben
- Für feien Zugang zu allen Bildungs- und Kultureinrichtungen
- Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren
- Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems – ohne Einflussname der Wirtschaft
- Mehr Demokratisierung durch Stärkung der Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen
Mit Demonstrationen und einer Blockade sollen die Kultusminister_innen in Bonn zum „Nachsitzen“ gezwungen werden, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Nach den über das ganze Land verstreuten Protesten im Juni und in den vergangenen Wochen, wollen wir unsere Wut und unseren Widerstand auch am 10.12 in Berlin zum Ausdruck bringen.
Solidemo:
Donnerstag, 10.12.09 | 13 Uhr | Rosenthaler Platz
Ein Verband der Hochschulprofessoren hat sich endlich einsichtig gezeigt und sich kurzfristig mit den Bildungsstreik-Forderungen nach einer Bachelor-Revision solidarisch erklärt. Alle Dozierenden werden dazu aufgerufen, sämtliche Lehrveranstaltungen am Donnerstag zu verschieben.
In der Pressemitteilung wird vernichtende Kritik an den Bologna-Reformen geäußert. “Mit den Protesten präsentieren die Studierenden der Politik die Quittung für ihr Versagen bei der angeblichen ,Jahrhundertreform’ “, erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. “Zehn Jahre nach der Bologna-Erklärung ist kein einziges Reformziel erreicht worden. Mit der Einführung eines gestuften Studiensystems sind Hochschulabschlüsse international nicht vergleichbarer, das Studium nicht besser und die Mobilität der Studierenden deutlich schlechter geworden.”
Siehe http://www.hochschulverband.de/cms1/pressemitteilung+M55552987ffc.html
Bitte beteiligt euch alle an den Demonstrationen!
