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Ein Operndorf für Afrika

Der Regisseur und Künstler Christoph Schlingensief hat eine Vision. Er möchte den Kulturaustausch mit Afrika fördern und ein “Festspielhaus in Afrika” errichten. Zusammen mit dem Berliner Architekten Diébédo Francis Kéré, der an der TU Berlin forscht und lehrt, soll in Burkina Faso ein Stück “soziale Architektur” entstehen.

Der im letzten Jahr schwer erkrankte Christoph Schlingensief träumte von einem Opernhaus irgendwo in Afrika. Bei der Suche nach einem Standort stieß er zusammen mit dem Architeken Diébédo Francis Kéré auf dessen Heimatland Burkina Faso. Kéré, der erste Sohn eines Dorfhäuptlings, kam zum Schulabschluss nach Deutschland, um anschließend an der TU Berlin Architektur zu studieren. Er gründete den Verein “Schulbausteine für Gando”, dass mit Spenden ein Schulgebäude in seinem Heimatdorf errichtete. Dieses Projekt fand international viel Anerkennung und wurde mit dem renommierten Aga Khan Award ausgezeichnet.

Für Francis Kéré scheint es eine Selbstverständlichkeit zu sein, auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Menschen vor Ort zu reagieren. So wandelte sich auch das, was zunächst als “Festspielhaus in Afrika” begonnen wurde, zu einer Art sozialen Kultureinrichtung. Kein pompös-barocker Opernpalast soll entstehen. Sondern eine Werkstatt, eine Schule, eine Krankenstation, Wohn- und Umkleideräume für Künstler es sollen unter Mitwirkung der Menschen in Burkina Faso errichtet werden. Am Ende wird wohl auch keine Wagner-Oper aufgeführt werden. “Christoph [Schlingensief] sprach von einem Kulturaustausch, von einem Zentrum, in dem Afrika sich darstellen kann”, sagt Francis Kéré im Interview mit dem ZDF-Kulturmagazin aspekte.

Beim Material wird auf lokale Baustoffe zurückgegriffen. So wird ein speziell angemischter Lehm, der dem Regen standhält, verwendet werden. Auch in punkto Klimatisierung wird mit natürlichen Belüftungssystemen auf hohe Strompreise und heiße Temperaturen reagiert.

In rund zwei Wochen soll in Laongo der Grundstein gelegt werden.

Quellen + weitere Informationen:
* Kulturmagazin “aspekte”, ZDF, 22.01.2010 (mit Video-Interviews)
* DIE ZEIT Nr. 53, 22.12.2009

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