Die Architektur-INI befragte vor wenigen Monaten insgesamt 111 Studierende am IfA ausführlich zum Bachelor-Studium. Die Ergebnisse bestätigen, was schon seit langem beklagt wird: Die Studiensituation ist stark verbesserungsbedürftig.
Vor allem wurden wieder einmal der extreme Workload kritisiert. Der scheint vor allem durch Druck in den Entwurfsprojekten zu entstehen und lässt dem Empfinden nach kaum noch Zeit für die Grundlagenfächer. Zu wenige Informationen zu Studienbeginn, fehlende inhaltliche Verknüpfungen sowie mangelhafte Kooperation der einzelnen Fächer, Unflexibilität und zu wenig Zeit, um in die Tiefe zu gehen sind weitere Kritikpunkte.
Nur ein Viertel der Studierenden findet, dass sich ein Auslandsaufenthalt gut mit ihrem Studium verbinden ließe.
Außerdem wird leichte Kritik an Umfang und Häufigkeit der Betreuung im Entwurf geäußert. Fast zwei Drittel der Befragten wünschen sich auch eine Veränderung in den Lehrformen.
Neben all ihrer Kritik machten die Studierenden auf den Fragebögen zahlreiche konstruktive Verbesserungsvorschläge:
- Entkoppelung und Aufsplittung von Modulen,
- Verknüpfung von Lehrinhalten,
- erweiterte Integration von Fächern in den Entwurf (z.B. CAD),
- mehr Raum für das Anwenden von Grundlagenwissen (z.B. Seminare statt Vorlesungen oder Kombination aus beidem),
- Baukonstruktion auch als separates Grundlagen-Fach etablieren.
Trotz massiver Probleme mit der Studierbarkeit im Studiengang Architektur hat sich in den letzten Jahren jedoch wenig getan. Dabei besteht vor allem hinsichtlich der Verknüpfung von Lehrinhalten, bei der überschneidungsfreien Planung von Pflicht-Lehrveranstaltungen und beim überhohen Workload dringendster Handlungsbedarf.
Wir fordern die Lehrenden im Studiengang Architektur auf, sich endlich mit diesen Problemen auseinanderzusetzen und an einer Lösung zu arbeiten!
Darüber hinaus muss sich das Institut für Architektur aktiv mit der Rolle des Bachelors in der Berufsqualifikation des Architekten auseinandersetzen und über neue Modelle der Lehrorganisation und der Studienzeit nachdenken. Dabei muss auch über Praxisseminare, Auslandssemester und den vierjährigen Bachelor diskutiert werden.
Wie lange sollen die studierenden Menschen noch auf ein qualifiziertes und zu bewältigendes Studium warten? Wer kann das verantworten?
