Wie bereits zuvor berichtet wird im Institut intensiv über die Reform des Masterstudiums diskutiert. Momentan gibt es recht starre Studienprofile, in denen die zu absolvierenden Lehrveranstaltungen und deren Verknüpfungen (bestimmte EPs müssen mit bestimmten PIVs und bestimmten VLs zusammen besucht werden) recht rigide festgesetzt sind und sich als nicht praktikabel erwiesen haben.
Daher entstand der Wunsch, die fakultativen Studienprofile wieder abzuschaffen und stattdessen mehr Flexibilität und selbständige Profilbildung der Studierenden zu ermöglichen.
Die Diskussion startete mit einem wirklich grandiosen Vorschlag, der die Idee des Projektstudiums konsequent weiterentwickelte. Es war zunächst vorgesehen, auf Pflichtveranstaltungen zu verzichten und stattdessen einen großen Wahlpflichtteil zu schaffen. Innerhalb dieses Bereichs hätten sich Studierende dann ihren eigenen Schwerpunkt wählen können. Auch die Verknüpfung mit dem Entwurf sollte gestärkt werden. Jeder Master-Entwurf kann entweder mit zwei Stegreif-Entwürfen oder einer Projektintegrierten Veranstaltung (PIV) kombiniert werden. Als PIV sollen dabei auch Fächer wie Bildende Kunst, Architektursoziologie, Baurecht u.ä. möglich sein. Letzteres erscheint sehr begrüßenswert, da nur so auf die zunehmende Komplexität von Entwurfsaufgaben über die rein technischen Probleme hinaus reagiert werden kann.
Erster Vorschlag: MASTER StuPO 1. Reformvorschlag – alt
Aktueller Vorschlag: MASTER StuPO 2. Reformvorschlag (plus Erläuterungen)
Reduzierter Wahlpflichtbereich – mehr Pflichtfächer zur “Grundlagenvermittlung”
Leider wurde dieser Ansatz im Laufe der Diskussionen seitens der Hochschullehrer (und ohne Studierendenbeteiligung) verwässert. Etliche Professoren fürchten mit dem Wegfall von Pflichtveranstaltungen um die Reduzierung ihrer Mitarbeiterstellen und um schwindende Bedeutung im Studiengang.
Daher hat erneut ein großer Pflichtteil Einzug gehalten. Im Umfang von 18 LP (so viel, wie die Masterarbeit zählen soll) sollen Studierende Vorlesungen im Bereich “Theoretische Grundlagen und Grundlagen der Gebäudeplanung” besuchen. Welches Grundlagenwissen hier im Masterstudiengang noch vermittelt werden soll und ob der Stoff aus dem die Grundlagen legenden Bachelorstudiengang nur wiederholt oder doch vertieft werden soll, bleibt unklar.
Warum die Masterarbeit, eine selbstständig nach wissenschaftlichen Standards anzufertigende Abschlussarbeit, auf 18 LP Umfang reduziert und damit degradiert werden soll, erscheint auch rätselhaft. Gerade hier, wo die Verknüpfung des Erlernten am besten praktiziert werden kann, wird der Umfang offiziell auf etwas mehr als ein halbes Semester (18 von 30 LP) geschrumpft. Ob dies bei den Leistungsanforderungen seitens der Professoren auswirkt ist eher zweifelhaft. Die Rolle, die eine Abschlussarbeit bei Studierenden spielt, geht wohl so oder so über die mit 30 LP Arbeitsaufwand messbare Marke hinaus.
Auch der Satz “Das künftige Lehrangebot orientiert sich an der Kapazität des gegenwärtigen Lehrkörpers und der bestehenden Ausstattung des Instituts.”, der mittlerweile Einzug in die Erläuterungen gefunden hat, spricht Bände. Es erscheint deutlich, dass die Diskussion mal wieder auf Partikularinteressen fußt und nicht nach einem gemeinsamen Ziel, nämlich eine optimale Ausbildung zum Architekten, ausgerichtet ist. Sollte ein Studiengang nicht “vom Ziel” her gedacht sein? Sollte nicht hinterfragt werden, welches Wissen, welche Methoden und welche Fähigkeiten das Studium vermitteln soll? Und nicht: Wo kann ich noch meine wissenschaftlichen Mitarbeiter unterbringen?
Eine Reform der Master-StuPO könnte möglicherweise zum Wintersemester 2011 umgesetzt werden. Damit ist das Thema besonders für die jetzigen Bachelor-Zweitsemester interessant, die anschließend im Master an der TU weiter studieren möchten.
Debatte dringend notwendig
Auch wir, in der Architektur-INI, eurer Fachschaft, diskutieren lebhaft über das vorgelegte Modell.
- Weiterentwicklung und Stärkung des Projektstudiums (z.B. mehr LP für Entwürfe)!
- Vertiefungen statt Grundlagen!
- mehr und freiere Wahlmöglichkeiten!
- Pflichtveranstaltungen reduzieren!
- selbstgewählter Schwerpunkt durch frei belegbare Wahlpflichtfächer
- Masterarbeit mit 21 oder mehr LP (statt nur 18)!
.. oder?
Wir würden uns sehr freuen, eure Meinung zu hören und auch mit euch zu diskutieren. Da wir als Gruppe der Studierenden in der Mehrzahl der Gremien strukturell in der Minderheit sind, ist es wichtig, die Debatte aus den Hinterzimmern herauszuholen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Das ist die einzige Chance, unsere Interessen als Studierende wirksam zu vertreten.
>> Informiert euch und diskutiert mit uns
> am Dienstag, 22.06.2010
> 16-18 Uhr
> im Raum A010 (neben Café A)
