Was sich Hochschulen und Politik unter Spitzenforschung und Einwerben von Drittmitteln vorstellen konnte man in den letzten Wochen gut in der Presse verfolgen. Statt zum Wohle der Wissenschaft, der Wissenschaftler und der Studierenden wird – wie so oft – Geld für unsinnige Projekte zum Fenster rausgeschmissen.
Zuerst wird öffentlich bekannt, dass die Freie Universität Berlin in den vergangenen Jahren rund eine Million Euro für das Einwerben von Spenden zum Fenster rausgeschmissen hat. Nur: die erhofften Spenden flossen nie. Die FU überwies die Million an einen ominösen Spendensammel-Verein in den USA, der summa summarum kein eingeworbenes Geld an die FU zurücküberweisen konnte.
Nun kann mensch neuerlich über die skandalösen Verhältnisse bei Wissenschaftssenator Zöllners Lieblingsprojekt, der gerade im Aufbau befindlichen “Einstein-Stiftung” für exzellente Forschung, den Kopf schütteln. Neben allzu persönlichen Verquickungen des Senators (seine Lebensgefährtin ist Geschäftsführerin). Mindestens 35 Millionen Euro sollten jährlich dorthin fließen, um Spitzenforschung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu stärken. Darunter sollen auch 118.000 Euro jährlich für die/den Chef_in der Geschäftsstelle und 66.000 Euro jährlich für seine_n Sekretär_in fallen.
Zum Vergleich: Ein_e einzelne_r Wissenschaftliche_r Mitarbeiterin “kostet” das Land Berlin ca. 36.000 Euro pro Jahr. Wie viele wissenschaftlich-inhaltlich arbeitende Menschen man stattdessen einstellen könnte, kann sich jede_r selbst ausrechnen.
Die Konstruktion der Einstein-Stiftung ist höchst umstritten. Es muss befürchtet werden, dass hier ein bürokratisches Ungetüm geschaffen wird, das vielmehr mit verwaltungstechnischen Aufgaben befasst ist, als irgendeinen inhaltlichen Beitrag zu Wissenschaft und Forschung leisten zu können.
Dabei wäre es stattdessen dringend notwendig, den Unis endlich die finanziellen Mittel zukommen zu lassen, die sie benötigen!
